Kategorie-Archiv: Südindien

…ein Eintrag aus 2.240m Hoehe – Ooty!

Hallo ihr Lieben,

waehrend ihr wahrscheinlich gerade in Oesterreich friert, frieren wir hier in Oooty, auf 2.240m. Hier ist auch gerade Winter – es liegt zwar kein Schnee, aber kalt ist es trotzdem und das nicht nur draussen, sondern auch in unserem double room… Da ist es gut zu wissen, dass wir diese trieste Bergstadt schon morgen Nachmittag wieder verlassen werden 😉

…was hat sich so getan seit unserem letzten Blogeintrag? –Wir haben wieder mal viele Kilometer zurueckgelegt: Von Hampi sind wir mit dem Nachtbus nach Bengaluru gefahren. Waehrend wir uns noch ueber den ueberaus funktionstuechtig-erscheinenden Bus gefreut haben (nicht so ein laediertes Modell wie in Thailand letztes Jahr ;)), waren dann die vielen Schlagloecher in der Strasse weniger erfreulich, die uns ein Schlafen unmoeglich gemacht haben. Nach ueber 7 Stunden im Bus sind wir dann um 7 Uhr frueh bei stroemendem Regen in Bengaluru angekommen – hier war aber nur ein kurzer Zwischenstopp fuer uns, denn unsere eigentliches Ziel war Mysore – die „Sandelholzstadt“. Nach einer verhaeltnissmaessig kurzen Zugfahrt sind wir dann am Nachmittag in Mysore angekommen und haben zum ersten Mal typisch indisch gegessen – sprich, mit den Haenden! 🙂 Nachdem es noch nicht so spaet war, haben wir noch einen kleine Stadtrundgang am spaeten Nachmittag gemacht und dabei den Einheimischen „Arju“ getroffen. Ein netter Kerl, der uns gleich den „herbal body shop“ eines Freundes gezeigt hat – hier haben wir tolle Oele erstanden und die haben eine gute Zeit verbracht. Die Leute in Mysore sind sehr offen und freundlich, es faellt nicht schwer mit Indern ins Gespraech zu kommen. Am Abend hat uns Arju noch zum „Maharaja’s Palace“ gebracht, der an diesem Tag (aufgrund eines muslimischen Feiertags) mit 96.000 Gluehbirnen beleuchtet war – da kam Weihnachtsstimmung auf! ;)) Fuer den naechsten Tag hatten wir uns Tickets fuer eine vielversprechende (da von Lonely Planet in den Himmel gelobte) guided tour durch Mysore und Umgebung organisiert. Die hat sich dann aber als eher muehsam herausgestellt, nachdem unsere Mitreisenden (alles Inder) sehr unzuverlaessig waren und wir viel Zeit wartend im Bus verbracht haben. Gesehen haben wir an diesem Tag u.a.: den Zoo, ein Museum mit indischer Kunst, einen Tempel, eine Kirche und die sogenannten Brindavan Gardens, deren Hauptattraktion ein Springbrunnen ist, der durch farbige Beleuchtung und die Untermalung mit Bollywood-Filmmusik zum Spektakel fuer zig-hunderte Inder wird. War total witzig mitanzusehen, wie die Einheimischen begeistert zur Filmmusik geklatscht haben, und den verhaeltnismaessig kleinen Springbrunnen beobachtet haben. Hier kam echt Bollzwood-Stimmung auf *gg*. Unseren zweiten ganzen Tag in Mysore haben wir damit verbracht, uns durch die typischen Suessigkeiten/Konfekte/usw. eines Cafes zu kosten, auf einem sehr schoenen Markt („Devaraja Market“)  Gemuese zu erstehen, welches wir dann im herrlich ruhigen „Karanji Lake Nature Park“ gegessen haben (Schwanen-Tretbootfahren inklusive). Es war gut aus der Stadt rauszukommen, da Mysore, wie fast alle Staedte die wir bis jetzt besucht haben, eine derart verschmutzte Luft hat (es fahren lauter Rikschas durch die Gegend, die blauen Rauch von sich geben), dass das atmen schwer faellt. Das war aber auch schon das einzige Uebel, ansonsten war Mysore spitze: tolle Leute, tolle Gebaeude, Sandelholz, Seide und Oele!

Nach einem letzten gemuetlichen Vormittag in Mysore ging’s zu Mittag mit dem Taxi (ca. 3 Stunden) zu unserer naechsten Bleibe: dem „Pachyderm Palace“, mitten im Wayanad Wildlife Sanctury gelegen und auch in der Naehe des Nargahole National Parks. Hier haben wir 2 sehr schoene und erholsame Tage (bzw. 3 Naechte) mitten im Gruenen verbracht, abseits von Autogehupe und schlechter Luft. Hier lebten wir mitten im Dschungel, gemeinsam mit Bueffel, Affen, Rehen, Stachelschweinen, Wildhunden, Elefanten, Tigern, uvm.. Bei unserer Morgensafari konnten wir neben Pfauen, Wild und Affen auch beobachten, wie ein paar Meter neben unserem Fahrzeug ein Rudel Wildhunde ein Reh gerissen hat. Das Schauspiel war auf der einen Seite total faszinierend, weil wir Universum ca. 5 Meter neben uns hatten, auf der anderen Seite war es aber auch eine ziemlich brutale Angelegenheit und es dauerte einfach zu lange, bis das Reh tot war. Aber soetwas sieht man auch nicht alle Tage. Wir hatten auch 2mal eine Night-Safari mit einem Jeep und Scheinwerfern. Das war schon recht spannend, durch die Nacht zu fahren und Ausschau nach wilden Elefanten und Bueffel zu halten. Wir hatten beide Male Glueck und sahen wilde Elefanten aus naechster Naehe.
Der Aufenthalt im „Pachyderm Palace“ war sicher ein Highlight unserer Indienreise. Der Hotelangestellte „Venu“ hat uns kulinarisch verwoehnt und es war hier sehr familiaer. Wir waren in der Kueche und Venu hat uns erzaehlt wir er die Zutaten, die vor der Haustuer wachsen, zu einem leckeren ayurvedischen Essen verarbeitet. Er hat uns auch alle Touren organisiert. Am 2. Tag haben wir eine Trekking-Tour gebucht. Julia ist leider ein wenig krank geworden (Magen-Darm-Geschichte, die zum Glueck wieder schnell vorbei war), also ist Samy mit 4 anderen Gaesten und 3 Guides und ohne Julia losgezogen. Die Trekking-Tour war sehr fordernd, die Guides haben mit ihren Flip-Flops ein ordentliches Tempo vorgelegt und hatten mehr Halt im Dschungel und auf den Felsen als alle Westler zusammen mit den tollen Sportschuhen. Auf dieser Tour haben wir auf 1.400 Meter wilde Elefanten durch den Dschungel streifen sehen, konnten 1.000ende von Fledermaeusen in einem Hoehlenlabyrinth beobachten (sehr laut, sehr windig und viel Fledermaus-Kot ;)) und wanderten durch eine einsame und wilde Dschungellandschaft – es war ein Abenteuer! Im Pachyderm Palace haben wir auch sehr liebe Leute kennengelernt. z.B. Rocky und Seon aus Tasmanien, die mit dem Motorrad durch Indien fahren oder Nikola und Sarah (London), die wir vielleicht eines Tages in London wiedersehen werden.

Nach dem tollen Aufenthalt im Dschungel sind wir gestern nach einer 5stuendigen Horrorbusfahrt (ihr koennt euch einfach nicht vorstellen, wie wir gebeutelt wurden bei den Schlagloechern und der kurvenreichen Strecke auf 2.400 Meter) hier in „Ooty“ angekommen. Aber hier bleiben wir nicht lange (sind auch nicht traurig darueber: Umweltverschmutzung ueberall – ein trauriges Bild in dieser eigentlich schoenen Hochlandlandschaft) und starten morgen mit einer Bergbahn nach „Mettupalayam“ (einer weiteren „Hillstation“ auf der Weltkulturerbe-Bahnstrecke). Nach einer Nacht gehts weiter mit dem Zug nach „Pollachi“ und dem Taxi nach „Munnar“, zu den Teeplantagen. Wir freuen uns darauf, da wir schon von vielen Reisenden gehoert haben, dass „Munnar“ ein „Muss“ ist in Suedindien! We will see…

…wir werden euch berichten und wuenschen euch bis dahin eine gute Zeit!

July & Samy

Fotos von Mysore:
...auf den Strassen von Mysore

...auf den Strassen von Mysore

Besuch im "Herbal body shop", Mysore

Besuch im "Herbal body shop", Mysore

Maharaja"s Palace (bei Tageslicht). Mysore

Maharaja"s Palace (bei Tageslicht). Mysore

Maharaja's Palace (bei Nacht). Mysore

Maharaja's Palace (bei Nacht). Mysore

Karanji Lake Nature Park, Mysore

Karanji Lake Nature Park, Mysore

Vogelbeobachtung vom Schwanen-Tretboot aus.... :)

Vogelbeobachtung vom Schwanen-Tretboot aus.... 🙂

July beim Flirt mit Indern (hier ist es ueblich dass sich Freunde (hier: Professor und sein Student) umarmen und Haendchen halten)

July beim Flirt mit Indern (hier ist es ueblich dass sich Freunde (hier: Professor und sein Student) umarmen und Haendchen halten)

Impression vom Naranji Lake Nature Park

Impression vom Naranji Lake Nature Park

Bollywood-Feeling in den Brindavan Gardens

Bollywood-Feeling in den Brindavan Gardens

Gemuese am Devaraja Market, Mysore

Gemuese am Devaraja Market, Mysore

Devaraja Market, Mysore

Devaraja Market, Mysore

 

Fotos vom Wayanad Wildlife Sanctury bzw. Nargahole Wildlife Park:

Unsere Unterkunft im Dschungel: "Panchyderm Palace" (uns gehoerte der 1. Stock)

Unsere Unterkunft im Dschungel: "Panchyderm Palace" (uns gehoerte der 1. Stock)

Wild (Nargahole National Park), ....da hat das Bambi noch gelebt....

Wild (Nargahole National Park), ....da hat das Bambi noch gelebt....

bambi tot

Seon und Rocky aus Tasmanien

Seon und Rocky aus Tasmanien

Trekkingtour 1

Trekkingtour

Wildelefanten auf der Trekkingtour

Wildelefanten auf der Trekkingtour

Fledermaeuse in Hoehle bei Trekkingtour

Fledermaeuse in Hoehle bei Trekkingtour

l.o. Nikola; Mitte: Venu; r.o. Jeepfahrer; l.u. Sarah

l.o. Nikola; Mitte: Venu; r.o. Jeepfahrer; l.u. Sarah

 

Fotos von „Ooty“:

Ooty

Ooty

...schreckliches Bild, Pferde in Ooty

...schreckliches Bild, Pferde in Ooty

ein schoeneres Foto zum Schluss :)

ein schoeneres Foto zum Schluss 🙂

2 tolle Tage in „Hampi“

Hi ihr Lieben,

Wir sitzen gerade in einem kleinen Internetladen in der Stadt “Hospet”. Draussen ist es schon dunkel und es vergeht keine Sekunde in der man nicht hupende Rikschas hoert. “Hospet” ist eine kleine Stadt, die sehr auf die Touristen ausgerichtet ist, die das 13 Km entfernte “Hampi” besuchen (altes Tempelareal, von dem wir nachher noch mehr berichten). In Indien will dir jeder alles verkaufen, aber hier in “Hospet” sind die Leute noch eine Spur penetranter als sonst. Unseren Rikschafahrer vom Bahnhof zum Quartier sind wir erst in unserem Zimmer losgeworden, nachdem ich ihm zum ca. 10. Mal eindringlich gesagt habe, dass wir keine Rundfahrt mit ihm machen moechten, kein anderes Quartier benoetigen und keine Euro-Muenzen fuer ihn haben. “Hospet” ist nun unser 3. “Eindruck” von Indien, nach “Mumbai” und “Goa” – es ist wieder anders hier, viel Verkehr, Staub, verschiedenste Tiere (vor allem Kuehe), Muell und viele arme Menschen. Wenn man hier durch die Strassen geht, kommt man sich wie ein Fremdkoerper vor, der eigentlich so gar nicht hier rein passt.

Abgesehen von der Aufdringlichkeit sind die Menschen sehr freundlich, viele gruessen uns, lachen uns zu uns winken und wollen manchmal mit uns fotografiert werden. Wir haben uns denke ich ganz gut auf die Dynamik der Staedte und die Art der Inder eingestellt. Uns gefaellt es wirklich sehr gut hier, so viele neue Eindruecke, die wir erst so langsam verarbeiten (z.B. mit diesem Eintrag hier ;).

Seit dem letzten Eintrag waren wir noch einen Tag am „Varca Beach“ in „Goa“ (13.11.), an diesem einsamen Strand und haben uns gut von diesem idyllischem Ort verabschiedet – wir  haben den Tag noch sehr genossen.
Die Anreise nach „Hospet“ (14.11.) dauerte von 6:45 Uhr bis 15:30 Uhr – wir fuhren in einem unklimatisierten Wagon mit dem Zug durch eine sehr interessante Landschaft. Viel Dschungel, huegeliges Land, Wasserfaelle und Reisfelder – es war eine schoene Zugfahrt, auch wenn wir ziemlich fertig waren, als wir in unser Zimmer nach „Hospet“ kamen.  An diesem Tag war nicht mehr viel los, wir sind ein wenig durch die Strassen geschlendert und haben uns ein Zugticket fuer unsere heutige Weiterreise nach „Bengaluru“ und „Mysore“ gekauft. Wir sind gespannt wie die Busfahrt heute wird, 10,5 Stunden ueber Nacht mit dem Bus in Indien’s Verkehr – wir werden sehen wie viel Schlaf wir kriegen werden…

Was haben wir die letzten beiden Tage gemacht (15.11. und heute 16.11.)? Die Tage standen voll im Zeichen von „Hampi“, einem riesigen Areal, in dem im 16 Jhd. ueber eine halbe Million Menschen gelebt hat. Die Landschaft und die Tempelanlagen waren ein Wahnsinn. Wir haetten nicht gedacht, dass wir so beeindruckende Bilder sehen werden. Wir haben uns an beiden Tagen ein Moped ausgeborgt, haben aber das meiste in „Hampi“ zu Fuss besichtigt und haben es sehr genossen, durch die tolle Landschaft mit ihren Massen an riesigen, roten, toll-geformten Felsbrocken zu schlendern und einfach nicht genug zu bekommen :)! Auch Tiere gibt es hier richtig viele zu sehen – vor allem Affen (insbesondere bei den Tempelruinen), die dank der vielen Touristen, die sie laufend mit Bananen fuettern, nie an Hungersnot leiden werden :). Ihr koennt euch anhand der Fotos denken wir ein gutes Bild davon machen, aber in Natura war es natuerlich noch schoener. 😉

…Unser naechster Halt ist „Mysore“ (in „Bengaluru“ werden wir nur den Bus wechseln) – die Sandelholz-Stadt! Wir sind schon gespannt und werden euch dann wieder berichten.

Bis dahin alles Liebe in die Heimat,
eure Traveller

PS: Wir freuen uns immer sehr ueber eure Kommentare! Was macht ihr den alle so, gibt’s bei euch bzw. in Oesterreich was Neues?

Fotos unserer Bahnfahrt von Madgaon:

Bahnhof Margao

Bahnhof Margao

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unser Mitreisenden

unsere Mitreisenden

 

Reisfelder

Reisfelder

Fotos von „Hospet“:

Busbahnhof Hospet - seid froh, das ihr den nicht riechen koennt ;)

Busbahnhof Hospet - seid froh, das ihr den nicht riechen koennt 😉

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Hier gibt es noch Kuehe statt Traktoren

Hier gibt es noch Kuehe statt Traktoren

Fotos von „Hampi“:

Tempel von Hampi

Tempel von Hampi

dieser Elefant hat uns gegen eine Spende von 2 Rupien, durch einen Klaps auf den Kopf gesegnet

dieser Elefant hat uns gegen eine Spende von 2 Rupien, durch einen Klaps auf den Kopf gesegnet

einer der schoener Baeume auf dem Weg durch die Hampi-Landschaft

einer der schoenen Baeume auf dem Weg durch die Hampi-Landschaft

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