Kategorie-Archiv: Chile

Unsere letzten Tage in „San Pedro de Atacama“…

Hi ihr Lieben!

Heute ist schon Samstag, unser letzter Tag hier in San Pedro De Atacama. Morgen geht´s in der Frueh mit einer 12-stuendigen Busfahrt in das argentinische „Salta“. Wir haben uns wieder Plaetze ganz vorne im Doppeldeckerbus gesichert, denn diese Fahrt ueber die Anden (Passstrasse auf 5000 Meter!) soll sehr beeindruckend sein. Dem lieb-gewonnenen Chile sagen wir dabei noch nicht lebe-wohl. Am 15.4. werden wir wieder nach Santiago kommen, um Reinhold und Claudia auf suedamerikanischem Boden zu begruessen :)! Aber alles zu seiner Zeit, bis dahin haben wir noch 2 Wochen, um den Norden von Argentinien zu erkunden.

Morgen heisst´s also Abschied nehmen von der Wueste, aus der wir faszinierende Erlebnisse und Bilder mitnehmen – so Manches hier scheint einfach nicht von dieser Welt zu sein…

Am Mittwoch (30.3.) sind wir den Tag, wie es sich fuer Wuestenbewohner gehoert, sehr ruhig angegangen – hier hat einfach niemand einen Stress und vor halb 10 Uhr sieht man so gut wie keine Menschen auf der Strasse.

Am Nachmittag um 16 Uhr startete unsere Tour zur „Laguna Cejar“. Das Wasser hier ist so salzig wie im Toten Meer und es ist einfach sooo witzig, wenn man ohne jegliche Bewegung schwimmt. Das hat echt Spass gemacht :)! Nach der Laguna Cejar ging´s im kleinen Bus auf der rumpeligen „Strasse“ durch die Wueste weiter zu einer Suesswasserlagune. Ich (Samy) bin auch hier ins Wasser gesprungen – es war definitiv kein Suesswasser, aber hier kennt man halt den Geschmack des suessen Attersees nicht ;). Hier in dieser staubtrockenen Landschaft, mit den schneebedeckten Vulkanbergen vor Augen baden zu gehen ist trotzdem ein Erlebnis der besonderen Art. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir mit unserer Reisegruppe zu einem weitlaeufigen, ausgetrockneten Salzsee, der „Salar de Atakama“. Hier ist der Boden hunderte Meter einfach nur weiss und wenn man ueber das knirschende Salz spaziert koennte man fast glauben, dass man auf gefrorenem Schnee geht (der Umstand, dass man mit kurzer Hose unterwegs ist gibt einem die Sicherheit, dass es kein Schnee ist ;)). Hier haben wir mit unserer Hostel-Zimmernachbarin Eleonora aus England, die auch mit uns auf dieser Tour war, ein paar echt lustige Fotos geschossen. Den Sonnenuntergang haben wir anschliessend mit „Pisco Sour“ und Chips in dieser Salzlandschaft sehr genossen.

Zurueck im Hostel haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen und sind relativ bald schlafen gegangen, denn am naechsten Tag mussten wir frueh raus.

Um kurz nach 6 Uhr in der Frueh (31.3.) sind wir vom Tourbus abgeholt worden und es ging auf einer 1-stuendigen Fahrt zur „Laguna Chaxa“. Noch vor Sonnenaufgang sind wir in dieser Oase der Wueste angekommen. Warm eingepackt haben wir hier aus naechster Naehe die Flamingos beobachtet, die mit ihren Schnaebeln das Wasser nach kleinen Garnelen absuchten. Es war windstill und die Oberflaeche der Lagune glatt. Die Flamingos und die Berge haben sich perfekt im Wasser gespiegelt – so eine Reflexion haben wir bisher nur im Milford Sound in Neuseeland beobachten koennen. Bei Sonnenaufgang werden die Berge in ein warmes Rot gehuellt und die Flamingos erheben sich in die Luefte, um den Tag in einer anderen, einige Kilometer entfernten Lagune zu verbringen. Flamingos bleiben, wie manche Menschen auch ;), ein Leben lang mit einem Partner zusammen. Die Weibchen legen nur 1 Ei pro Jahr und wenn die Kuecken schluepfen kommen sie in eine Gruppe zusammen, aehnlich wie ein Kindergarten, und werden von den erwachsenen Voegeln grossgezogen. Die jungen Flamingos haben dabei noch ein weisses Federkleid, das erst nach dem Verzehr von 1000en Garnelen, eine rosa Faerbung annimmt.

Wir sind froh, dass wir diese Tour mit „Atacama Connection“ gebucht hatten, weil das der einzige Touranbieter ist, der vor Sonnenaufgang bei der „Laguna Chaxa“ ist. Wir waren mit unserer Gruppe also wenige Leute, die diesen schoenen Ort mit den vielen, sich spiegelnden Flamingos zu dieser Zeit besuchten – das fruehe Aufstehen hat sich echt ausgezahlt! Bei einem kleinen Haeuschen bei der Lagune haben wir dann gut gefruehstueckt, bevor die Tour weiterging.

Immer unwegsamere „Strassen“ fuehrten uns, vorbei an dem kleinen 5-Seelendorf „Socaire“ mit einer schoenen Kirche aus der Kolonialzeit, zu 2 tief-blauen Hochgebirgsseen auf 4.300 Meter, „Laguna Miscanti“ und „Laguna Miñiques“. Die beiden Seen sind Brutgebiete fuer Voegel, unter anderem auch fuer Flamingos. Die Stimmung hier auf dieser Hoehe in der Wueste ist sehr besonders. Es ist komplett still, auf dem Wasser sieht man ein paar Voegel und um die blauen Lagunen ragen verschneite Vulkanberge mit 6.000 Meter in die Hoehe. Es ist einfach perfekt hier und es macht grosse Freude einfach nur dazusitzen und zu schauen. Auf viel Bewegung hat man hier auch keine grosse Lust, da einem nach ein paar schnellen Schritten sofort die Puste ausgeht und das Herz anfaengt wie wild in der Brust zu pochen. „Wow“ ist glaube ich das beste Wort, um die Atmosphaere hier zu beschreiben. Beim Verlassen der beiden Gebirgsseen haben wir sogar einen streunenden Wuestenfuchs und eine Herde der schoenen „Vicuñas“ gesehen. Vicuña ist eine der 4 Kameltierarten, die in Chile leben. Es gibt Lama, Alpaka, Guanako und Vicuña. Guanaco und Vicuña sind dabei die wildlebenden Arten, waehrend Lama und Alpaka domestiziert sind. Vicuña leben in kleinen Herden (1 Maennchen und 4-5 Weibchen) in ueber 4.000 Meter Hoehe. Sie sind streng geschuetzt, dennoch werden sie aufgrund der begehrten Wolle ihrer Hals- und Brusthaare von Wilderern gejagt. Ein Kilogramm Vicuñawolle kostet am Schwarzmarkt ueber € 1.000! Die Wolle ist extrem leicht und dabei sehr waermend, immerhin muessen diese Tiere Temperaturen von minus 20 bis minus 30 Grad ueberstehen. Vicuña sind sehr scheu. Wenn man ihnen nachjagt, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie einen Herzinfarkt erleiden, denn das grosse, auf diese Hoehenlage angepasste Herz kann die Blutzirkulation nicht mehr aufrecht erhalten. Wir haben die schoenen Tiere aus sicherer Distanz beobachtet, bevor es die staubigen Wege in der durch Luftblasen ausgehoehlte Magmafelslandschaft wieder bergab ging. Am Weg zurueck nach San Pedro sind wir noch bei einer 800 Kilometer langen Inkastrasse vorbei gekommen (das grosse Inkareich, das sich von Peru ueber Bolivien, Argentinien und Chile erstreckte war sehr gut vernetzt, selbst in so kargen Regionen wie der Atacamawueste) und haben das Wuestendorf „Toconao“ besucht, in dem wir unseren ersten grossen Kaktus gesehen haben. Die Kakteen wachsen nur 1cm pro Jahr, also war dieser ca. 200 Jahre alt. Das charakteristische und wiederstandsfaehige Holz der Kakteen ist sehr beliebt und man sieht es oft hier in den Wuestendoerfern.

Nach dieser wirklich tollen Tour sind wir erschoepft, aber mit einem Laecheln im Gesicht, am Nachmittag wieder in San Pedro angekommen. Den Rest des Tages haben wir im gemuetichen Innenhof des Hostels verbracht und haben die Eindruecke des Tages sickern lassen. Wir waren auch wieder bald im Bett, denn am naechsten Tag mussten wir wirklich bald raus.

Gestern (1.4.) hat uns die pipsende Uhr um 3:30 Uhr aus den Traeumen geholt. Wir haben uns sehr warm eingepackt fuer unsere Tour zu den „El Tatio-Geysiren“. Unser Zwiebellook hat aus 3 Paar Socken, langer Unterhose, Jeans, Leiberl, Longsleeve, Kapuzen-Pullover, Fleecejacke, Windjacke, Halstuch, Haube und Handschuhen bzw. 4. Paar Socken fuer die Haende bestanden. Nach einer 2 stuendigen und nicht wirklich angenehmen Fahrt auf 4.300 Meter sind wir um halb 7 Uhr in der Geysir-Landschaft angekommen. Es war noch stockdunkel als wir unser Fruehstueck bei minus 6 Grad vor den Scheinwerfern des Tourbuses zu uns genommen haben. Vom Tee halbwegs gewaermt sind wir bei Morgendaemmerung losspaziert, um die aus 64 Geysiren bestehende, dampfende und brodelnde Landschaft zu erkunden. Bei der bitteren Kaelte kann man gar nicht glauben, dass das Wasser, das hier aus der Erde gedrueckt wird, fast 100 Grad heiss ist. Aber der Anblick dieser unwirklichen Landschaft laesst einen die Kaelte fast vergessen. Wir haben Geysire ja auch schon in Neuseeland kennengelernt – der grosse Geysir bei Te Puia ist von der Spektakularitaet eines einzelnen Geysires auch nicht zu ueberbieten – aber dieses geothermische Tal voll Dampf und schillernden Wasserfarben (aufgrund von Bakterien) auf 4.300 Meter, umgeben von den grossen 6.000ern ist eine eigene Welt fuer sich und ist die strapazioese Anreise wert.

Hier haetten wir auch die Moeglichkeit gehabt, in thermischen Pools bei angenehmen 35 Grad Wassertemperatur baden zu gehen. Aber die kalte Aussentemperatur hat uns dann doch davon abgehalten ;).

Bei unserer Weiterfahrt zu einem kleinen Fluss durch die Wueste, in dem Wasservoegel brueten und Tiere zum Trinken kommen, sind unsere Fuesse wieder langsam aufgetaut. Der Fluss ist eine echte Oase und Magnet fuer die Wuestentiere. Hier haben wir Voegel, Wuestenhuehner, Strausse und Vicuñas gesehen – es steckt doch viel Leben in diesem trockenen Fleck Erde.

Ein paar Kilometer weiter haben wir ein sehr kleines Wuestendorf besucht. Die 5 Bewohner des Dorfes sind schon mit Touristen vertraut und versuchen ein bisschen Geld mit Bratspiessen und Lama-Fotos zu verdienen.

Am Weg in tiefere Lagen sind wir noch bei einem Canyon mit grossen Kakteen vorbei gekommen, bevor es auf direktem Wege zurueck nach San Pedro ging.

Um halb 1 mittags waren wir wieder im Hostel und haben nach einem Mittagessen erstmal ein wenig geschlafen. Den Abend haben wir mit Spielen und Lesen vor unserer Lehmhuette gut ausklingen lassen…

Ja, es waren tolle Tage hier in San Pedro in der Atacamawueste. Eine Welt voller Extreme und Gegensaetze, die ohne die formende Menschenhand eine noch nie erlebte Urspruenglichkeit und Ruhe ausstrahlt. Es ist etwas Besonderes, hier Gast zu sein. Wir schaetzen das und freuen uns ueber diese einzigartige Zeit, die wir nie vergessen werden.

Adios amigos :)!

Julia & Samuel

Fotos der Tour „Laguna Cejar“:

...treiben-lassen in der "Laguna Cejar"...
…treiben-lassen in der „Laguna Cejar“…

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Sprung ins salzige Suesswasser

Sprung ins salzige Suesswasser

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Freudensprung in der "Salar de Atacama"

Freudensprung in der "Salar de Atacama"

...hier kann man witzige Fotos schiessen :)

...hier kann man witzige Fotos schiessen 🙂

Abendstimmung am Salzsee

Abendstimmung am Salzsee

Fotos von der Tour „Altiplanica Lakes“:

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Flamingos in der Laguna Chaxa

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Kirche aus der Kolonialzeit im Dorf Socaire

Kirche aus der Kolonialzeit im Dorf Socaire

Laguna Miscanti auf 4.300 Meter

Laguna Miscanti auf 4.300 Meter

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perfekt geformte 6000 Meter Vulkane

perfekt geformte 6000 Meter Vulkane

Laguna Miñiques

Laguna Miñiques

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Wuestenfuchs

Wuestenfuchs

die schoenen Vicuñas

die schoenen Vicuñas

unser erster Riesenkaktus

unser erster Riesenkaktus

Fotos der Tour „El Tatio Geysire“:

Spaziergang durch eine andere Welt

Spaziergang durch eine andere Welt

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Wasseroase in der Wueste

Wasseroase in der Wueste

Strausse

Strausse

5-Seelendorf in der Wueste

5-Seelendorf in der Wueste

so klein das Dorf auch ist, eine Kirche ist immer da

so klein das Dorf auch ist, eine Kirche ist immer da

Lamas der Dorfbewohner

Lamas der Dorfbewohner

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was waere die Wueste ohne Kakteen

was waere die Wueste ohne Kakteen

Santiago de Chile, Valparaiso und dann ab in den Norden! (Teil 2)

Am Samstag (26.3.) sind wir nach der langen Busfahrt um 23:00 Uhr in „San Pedro De Atacama“ angekommen. Das Hostel ist, wie alles in San Pedro, in Fussnaehe zu erreichen – war also recht unkompliziert, die Reise in die Wueste :).
Den Ort haben wir am naechsten Tag (27.3.) erkundet. San Pedro De Atacama ist eine auf 2.400 Meter liegende Oase in der trockensten Wueste der Welt. Hier regnet es nur 5-20 Millimeter pro Jahr, doch das relativiert sich, wenn man erfaehrt, dass es in einem Nachbardorf seit 47 Jahren nicht mehr geregnet hat und es in der Wueste Gebiete gibt, in denen seit 11-12.000 Jahren (!!!) kein Tropfen Wasser mehr vom Himmel gefallen ist. Von San Pedro aus sieht man auf eine Kette von schneebedeckten, fast 6000 Meter hohen Vulkanen. Irgendwie witzig, wenn man in der Nachmittagshitze fast verglueht und dabei auf den Schnee schaut ;). In den Bergen regnet es viel, ueber 500 Millimeter pro Jahr. Dieses Wasser laeuft in unterirdischen Fluessen zusammen und speist Oasen, wie z.B. San Pedro.
Ja, wir sind in der Wueste und das spuert man. Die Tage sind heiss, die Naechte kuehl, auf 2.400 Meter geraet man auch leichter ausser Puste und es laeuft alles sehr ruhig und gemuetlich ab. Es gibt kaum Autos hier, aber die Infrastruktur bietet alles, was man „braucht“ (Lebensmittel, Internet und viele viele Touranbieter). San Pedro bildet den Ausgangspunkt fuer diverse Ausfluege in die Wueste, man hat die Qual der Wahl, was die Anbieter und die Tourmoeglichkeiten betrifft. Wir haben am Sonntag einige der Anbieter abgeklappert und haben zu einem echt guten Preis ein tolles Tourpackage zusammengestellt. In unseren 7 Tagen in San Pedro stehen folgende Touren auf dem Programm:

Sonntag: „Valle de la Luna“, eine 4-5 stuendige Tour durch das „Tal des Mondes“, mit spektakulaeren Felsformationen

Montag Nacht: Betrachtung des Sternenhimmels ueber der Wueste. Da es hier so trocken ist und sich weit und breit keine Stadt befindet, kann man hier sehr gut zu den Sterne schauen (es befinden sich auch die groessten Teleskope der Welt hier in Chile)

Mittwoch: „Salar Cejar“, eine Tour zu einem Salzsee, in dem man (wie im Toten Meer) von selber schwimmt

Donnerstag: „Altiplanica Lakes“, eine ganztaegige Tour zu Seen mit 3erlei Flamingoarten und urspruenglichen Wuestendoerfer

Freitag: „Tatio´s Geysers“, um 4 Uhr in der Frueh geht´s los auf 4.400 Meter (hier hat es dann minus 6 Grad!), um bei Sonnenaufgang die Rauchschwaden der Geysiere zu bestaunen, anschliessend kann man in heissen Pools plantschen

…Am Sonntag haben wir also noch die Tour in das „Valle de la Luna“ gemacht. Mit einem kleinen Bus sind wir durch das „Dinosauriertal“ (hier sehen die Felsformationen aus wie die Wirbelknochen von Dinos) mit unserem Guide David zuerst in das „Death Valley“ gefahren. Das Tal des Todes heisst zum einen so, weil es hier einfach kein Leben gibt und zum anderen, weil es hier blutige Kaempfe zwischen den Ureinwohnern („Atacameños“) und den spanischen Eroberern gegeben hat. In den Gesteinsschichten der Felsen sind die Vulkanausbrueche anhand der zentimeterdicken und versteinerten Vulkanasche dokumentiert, der letzte grosse Ausbruch war vor ca. 500 Jahren. Weiter ging´s dann in das „Valle de la Luna“. Hier sind wir zuerst durch einen Cannyon gewandert, der fast ausschliesslich aus Salzkristallen besteht. Es war schon spaeter Nachmittag und wir haben das Knacken der abkuehlenden Salzkristalle in den Felsen gehoert – ein tolles Erlebnis! Alle 5-10 Jahre regnet es hier staerker, sodass der Wuestensand von den Salzkristallen gespuelt wird, dann ist diese Landschaft weiss und im Mondlicht sieht sie aus wie eine Mondlandschaft – daher auch der Name „Valle de la Luna“. Nach der Tour durch den Cannyon sind wir weiter durch das Tal gefahren, zu einer zerkluefteten Felsformation, die „die 3 Jungfrauen“ genannt wird. Ein Stueck weiter haben wir dann den Sonnenuntergang ueber dem Tal mit Blick auf die Vulkane genossen und haben ein paar lustige Fotos geschossen. Eine echt tolle Tour durch die Wueste, vor allem auch weil unser Guide David viele interessante Sachen erzaehlt hat und der Spass dabei nicht zu kurz gekommen ist!

Gestern (Montag, 28.3.) haben wir den Tag mit einem Besuch im sehr interessanten Museum „Museo Gustavo Le Paige“ von San Pedro gestartet. Die Wueste konserviert alte Artefakte sehr gut und so kann man Fundstuecke, die bis 12.000 vor Christus reichen (Ankunft der ersten Menschen in San Pedro), in diesem Museum betrachten. Den Nachmittag haben wir grossteils im Internetcafe verbracht. Diesen Blogeintrag bearbeiten wir nun schon zum 5ten Mal, weil uns das System immer wieder unsere Eintraege geloescht hat – also bitte diesen Eintrag mit viel Freude lesen, er hat uns nicht nur einmal laut fluchen lassen ;).
Am Abend, besser gesagt um 23 Uhr nachts, hat unsere Tour zur Sternenbeobachtung gestartet. Warm eingepackt (so sehr man untertags auch schwitzt, die Naechte sind wirklich kalt), sind wir mit 20 weiteren Sternbeobachtern mit dem Bus zum naheliegenden Observatorium gefahren. Hier oben gibt es keine Lichtquelle, ausser die Sterne. Unter dem Sternenhimmel, im Halbkreis um unseren kanadischen Fuehrer aufgestellt, haben wir viele viele interessante Sachen ueber die Welt ueber uns erfahren, haben Sternenbilder ausgemacht und ein Gefuehl fuer die einfach nicht begreifbare Dimension des Weltalls gekriegt. Nach ca. 1,5 Stunden, in denen wir mit freiem Auge in den fantastischen Sternhimmel blickten, sind wir die Sache professionell angegangen. Auf 9 wirklich grossen Teleskopen, die zum Teil sogar mit einem Motor die Drehung der Erde mitmachen (kein Nachjustieren mehr noetig), haben wir Saturn mit seinen Ringen, Sirius, Alpha Centauri und Sternennebel in der Milchstrasse bestaunt und in 40.000 Lichtjahre entfernten Galaxien geschaut. Unglaublich, wenn man hier ein Licht betrachtet, das 40.000 Jahre alt ist! Uns hat Saturn am besten gefallen und wir haben sogar einen Schnappschuss durch das Fernroh von diesem Planeten. Die Tour hat in der warmen Huette mit offenem Dach, bei Mate Coca Tee (mit Kokablaettern ;)) und ein paar interessanten Gedankengaengen bezueglich eines bewohnbaren Planeten im Weltall geendet. Um kurz nach 2 waren wir mit dem Bus wieder in San Pedro und haben trotz des aufputschenden Coca-Tees gut geschlafen und von den Sternen getraeumt :)!

Heute haben wir „Pause“ und es steht keine Tour auf unserem Terminkalender 😉 – also haben wir uns wieder ausgeschlafen, gut gefruehstueckt und ein leckeres Mittagsmenue mit dem fuer Chile typischen Maisauflauf „humitas“ gegessen (sehr lecker uebrigens) und die Zeit dazwischen wurden wieder fuer diesen Blogeintrag genutzt 😉

Bis zum naechsten Eintrag alles Liebe in die fruehlingshafte Heimat – geniesst die schoene Jahreszeit!

eure Wuestenfuechse

PS: Abschliessend noch ein paar Worte zu unserem Eindruck von Chile im Allgemeinen: Die Menschen hier sind aeusserst freundlich und auf keinen Fall aufdringlich. Wir sprechen ja fast kein Spanisch und es gibt nur wenige Chilenen die ein paar Brocken Englisch reden, aber wir haben bis jetzt trotzdem alles kommunizieren koennen (viel mit den Haenden ;)), weil die Leute hier geduldig und hilfsbereit sind. Der Standard in den Staedten ist europaeisch, das Reisen mit den Bussen ist unkompliziert und komfortabel und vor allem sehr sehr guenstig und das Essen ist auch nicht das Schlechteste. Es gibt also keinen Grund, Chile nicht zu besuchen – worauf wartet ihr noch :)?

Fotos von „San Pedro de Atacama“:

Innenhof unseres Hostels (links unter dem kleinen Vordach ist unsere Zimmertuer)

Innenhof unseres Hostels (links unter dem kleinen Vordach ist unsere Zimmertuer); Foto unten: "Iglesia San Pedro" aus dem 17. Jahrhundert

"Iglesia San Pedro" aus dem 17. Jahrhundert

Lebensmittelgeschaeft gleich am Eck bei unserem Hostel

Lebensmittelgeschaeft gleich am Eck bei unserem Hostel

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Fotos der Tour „Valle de la Luna“:

"Death Valley" (die kleinen Punkte auf der Sandduene sind Menschen!)

"Death Valley" (die kleinen Punkte auf der Sandduene sind Menschen!)

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"Valle de la Luna" - am Weg zum Salzkristall-Cannyon

"Valle de la Luna" - am Weg zum Salzkristall-Cannyon

DAS ist unser Guide David - immer mit vollem Koerpereinsatz dabei ;)

DAS ist unser Guide David - immer mit vollem Koerpereinsatz dabei 😉

...und runter gehts die Sandduene! :)

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Spaziergang durch den Cannyon :)

Spaziergang durch den Cannyon 🙂

Samy mit den "3 Jungfrauen" ;)

Samy mit den "3 Jungfrauen" 😉

...der Sonnenuntergang rueckt immer naeher...

...der Sonnenuntergang rueckt immer naeher...

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...kurz vor´m Sonnenuntergang...

...kurz vor´m Sonnenuntergang...

Fotos unserer Sternenbeobachtungs-Tour:

Samy mit einem der Riesen-Teleskope

Samy mit einem der Riesen-Teleskope

SATURN!!!! :)

SATURN!!!! 🙂