Vom Windy Point (Boyle Village) zum Lake Emily (Hazard Zone: Rangitata River)

Hallo ihr lieben „Winter’s-Leut“ :-)!

Wir sind gestern per Autostopp in das kleine Staedtchen Geraldine gekommen, um nach den vergangenen Tagen wiedermal zu duschen und die Essensvorraete aufzustocken 🙂 Und ausserdem muessen wir ohnehin die naechste sogenannte ‚hazard zone‘ – den Rangitata River – ‚umschiffen‘, da dieser Fluss dieses Jahr nur schwer bzw. mit Schwimmeinlagen passierbar ist. Gestern waren wir noch inmitten einer faszinierenden Tussok-Landschaft des Canterbury Highland und haben bei herrlichem Sonnenaufgang an einem einsamen Zeltplatz unseren Porridge gefruehstueckt und heute geniessen wir die Vorzuege der Zivilisation und unser Motel-Zimmer, in dem wir uns ein ausgiebiges Fruehstueck mit weichem Ei, Kaffee, Tee, Toastbrot, Avocado, Aufstrichen, Obstsalat mit Joghurt & Honig, etc. gemacht haben – es geht uns also gerade richtig gut und wir koennen es uns eigentlich nicht besser wuenschen :-)!

Nach seeeehr erholsamen 5 Tagen bei Paula und Erwin in Christchurch mit viel Schlaf (wir haben so gut geschlafen wie selten zu vor auf dieser Reise!) und leckerem, frischen Essen (Salate, Suppe, Kuchen, Brot, … alles frisch gemacht mit Obst und Gemuese aus dem Garten!) und schoenen Gespraechen, sind wir am Do, 02.02. mit dem Bus von Christchurch in gut 2,5h zum Windy Point (Boyle Village) gefahren, um wieder in den Trail einzusteigen, wo wir aufgehoert hatten. Mein Fuss ist in der Zwischenzeit auch besser geworden und mittlerweile gehe ich ohne Doping, sprich ohne Ibuprofen gegen diverse Wehwehchen ;-). Hier noch ein paar Eindruecke von Christchurch, dessen Stadtbild stark von dem Erdbeben vor 6 Jahren gezeichnet ist – wir haben die Innenstadt von damals noch ganz anders in Erinnerung…

Es war schon fast 17Uhr als wir am Do, 02.02. vom Windy Point die 10Km zur Hope Halfway Hut gestartet haben. Schoen war es, die Strassen, Autos und Infrastuktur wieder zu verlassen und in die Natur einzutauchen und wir haben den Weg zur Hut, die am Hope River liegt, genossen. Die Hut haben wir uns mit 2 Fischern geteilt, die vor allem wegen der grossen und wilden Forellen, die es im Hope River gibt, in das Tal kommen.

Bei Sonnenschein starten wir den schoenen Wandertag (Fr, 03.02.) durch das Hope Valley. Der Weg fuehrt entlang dem Fluss, wo es stellenweise noch etwas sumpfig ist vom vielen Regen der letzten Tage, durch Wald und ueber weitlaeufige Wiesenflaechen (oft auch mit neugierigen Kuehen 🙂 ), von denen aus wir die Blicke ueber das Tal geniessen.

 

Wir kommen zur Kiwi Lodge Hut und machen eine ausgiebige Mittagspause, bevor es durch viel Wald ueber den Kiwi-Sattle geht, von dem aus man auf den Lake Somner sehen kann, zu dem wir spaeter absteigen. Am See angekommen wollen wir eine Pause machen, aber nach wenigen Sekunden sind wir umschwirrt von hunderten Sandflies, so vielen wie selten zuvor und fluechten uns in den Wald, um dort den verdienten Muesliriegel zu essen :-)!

Durch weitlaeufigen Wald mit hohen Baeumen und maechtigen Staemmen, die herumliegen und verwittern, kommen wir hinaus auf eine freie Farmlandflaeche und zu einer Haengebruecke. Nach der angenehmen Flussueberquerung fuehrt uns ein letzter Anstieg im Wald, nach insgesamt 25Km und 850Hm an diesem Tag, zur Hurunui Hut No.5. Kurz darauf kommen noch 2 weitere TA-Hiker, Heartbreaker (das ist sein Trail-Name, den er am PCT bekommen hat, eigentlich heisst er Thorsten) aus Deutschland und Victoria aus Italien. Sonst ist niemand in der grossen Hut und man merkt, dass doch viele TA-Hiker diesen 3-5 Tages-Abschnitt ueber den Harpers-Pass ausgelassen haben – nicht ganz unbegruendet, wie wir am naechsten Tag feststellen werden…

Noch vor Sonnenaufgang laeutet der Wecker (Sa, 04.02.), ein langer Wandertag wartet auf uns. Nach gutem Fruehstueck starten wir bei Nieselregen in den Tag. Wir gehen entlang dem Fluss durch das Hurunui Valley, immer wieder durch den Wald. Alles ist sehr matschig, nass und rutschig und es ist gleich viel anstrengender zu gehen. Der Weg fuehrt uns vorbei an einem dampfenden Wasserfall, das Wasser ist ganz warm. Es gibt eine heisse Quelle hier und weiter oben am Flusslauf kann man sich in ein Hot-Pool setzen. Das Hot-Pool lassen wir aus und gehen im staerker werdenden Regen weiter zur Hurunui Hut No. 3. Der Wald auf diesem Weg ist teilweise sehr urig und mit viel Moos ueberzogen – ein echt schoener Anblick, sogar im Regen! In der Hut ist es schoen warm, ein schweizer Paerchen ist seit ein paar Tagen hier, um Hirsche zu jagen und die beiden haben es sich in der Huette sehr gemuetlich gemacht. Sie bieten uns einen warmen Tee mit Honig an, den wir dankbar annehmen und so fuehlen wir uns nach einer Stunde am warmen Ofen wieder gut gestaerkt, um wieder hinaus in den Nieselregen zu gehen.

Der Weiterweg ist matschig, wir kommen zu unserer ersten „3-wire-bridge“, die uns gut ueber den Fluss fuehrt. Vor dem schwierigen Abschnitt ueber den Harpers Pass kommen wir noch an der uralten Cameron Hut vorbei, in die ich aus Versehen Heartbreaker und Victoria einsperre und deren verzweifelte Rufe wir am Weiterweg zum Glueck noch hoeren, um sie wieder zu befreien ;-). Nach der Cameron Hut gehen wir sogar – man glaubt es kaum an diesem Tag – in der Sonne! Die Freude waehrt nur kurz, denn als wir zum Harpers Pass Bivvy kommen, regnet es in Stroemen und wir machen Pause in dem kleinen Shelter. Der Regen laesst wieder nach, also rauf auf den Harpers Pass, der zwar wenig Ausblick bietet, aber dafuer eine ganz eigene Vegetation, mit Baeumen und Pflanzen die wir nur hier gesehen haben, praesentiert…

      

Der Abstieg vom Sattel ist durch viele wash-outs, an denen der Weg nicht mehr vorhanden ist, muehsam und schwierig. Der Blick ueber das Tal laesst sich nur schwer geniessen, der extrem steile Weg ueber Geroell, Erde und durch Seitenfluesse nimmt alle Kraft und Aufmerksamkeit in Anspruch. Wir haben bereits viele Kilometer an diesem Tag in den Beinen und wir muessen uns sehr konzentrieren, um nicht weg- oder in den Fluss zu rutschen. Bei solchen Passagen macht sich das Gewicht des Rucksacks, das einen von hinten nach unten drueckt, am staerksten bemerkbar. Wasser ist allgegenwaertig und kommt von allen Seiten. Eine rostige alte Haengebruecke bringt uns ueber den Fluss, dessen Wasserstand sehr hoch ist und den wir am naechsten Tag ohne Bruecke durchqueren muessen. Aber der Wetterbericht fuer morgen ist gut und wir hoffen, dass der Wasserstand sich wieder beruhigen wird.

Nach ueber 8,5h reiner Gehzeit fuer diese 28Km-Strecke kommen wir erschoepft, aber voll Freude ueber die gut-gemeisterte Passage in der Locke Stream Hut an, die wir uns mit Heartbreaker und Victoria teilen. Wir sind wieder nur zu 4t in der Hut und jeder hat seinen eigenen Raum fuer sich :-). Es hoert auf zu regnen und wir sind zuversichtlich, dass die Flussdurchquerungen am naechsten Tag gut schaffbar sind…

Die Sonne scheint 🙂 (So, 05.02.)! Die Nacht war regenfrei und der Fluss hat sich sichtlich beruhigt und das Wasser ist klarer geworden. Nach einem ersten erfolgreichen gemeinsamen Crossing zieht Heartbreaker vorne weg, Victoria bleibt bei uns fuer weitere Crossings. Wir gehen weiter flussabwaerts das Taramakau Valley entlang ueber schoene Blumenwiesen und ueber weites Geroell-Flussbett, immer wieder durch Seitenfluesse und -arme. Teilweise, wenn der Weg abreisst, muessen wir uns durch den dichten Wald kaempfen, was viel Zeit und Kraft in Anspruch nimmt. Hier merkt man vor allem die Groesse des Rucksacks, wenn man in den Aesten und zwischen den dichten Straeuchern haengen bleibt ;-).

Wir erreichen eine der Schluesselstellen des Tages, die Querung des Otehake River, der in den Taramakau River, dessen Flusslauf wir durch das gleichnamige Tal folgen, muendet. Wir sehen Heartbreaker, der uns von der anderen Seite aus zuwinkt – er hat die perfekte Stelle fuer die Querung gefunden. Das Wasser ist von den Sedimenten trueb, unmoeglich den Boden zu sehen. An einer breiten Stelle, an der der Flusslauf ruhig ist, waten wir entlang einer Sandbank im Fluss durch das Wasser, das uns bis zur Huefte reicht. Juhuu, geschafft – wir sind drueben :-)! Wir machen eine ausgiebige Mittagspause in der Sonne und lassen unsere Sachen etwas trocken werden.

Nach der Flussquerung muessen wir uns noch einmal 200m durch den dichten Bush schlagen, bevor der Weg einfach und angenehm entlang dem Taramakau, durch das immer breiter werdende Tal fuehrt. Nach einer kurzen Pause passiert ein unnoetiger Zwischenfall: Julia geht kurz in die falsche Richtung, waehrend ich denke, sie ist voraus und ordentlich Gas gebe um aufzuschliessen. Nach knapp 2Km beschliesse ich schliesslich wieder umzudrehen – wenn wir uns verlieren treffen wir uns immer da, wo wir uns zuletzt gesehen haben. Ja, und da steht Julia noch immer im Wald, wie bestellt und nicht abgeholt – wir sind froh, dass wir wieder zusammengefunden haben! Wir kommen zur letzten grossen Herausforderung – der Querung des Otira River, an dessen anderer Seite der SH73, die Strasse nach Arthur’s Pass, auf uns wartet. Es gibt eine Alternativ-Route, den Flood-Track, zu einer Bruecke ueber den Fluss – dieser Track ist aber so gut wie nicht mehr vorhanden und wir haben gehoert, dass er sehr schwer zu gehen ist, also versuchen wir lieber das River-Crossing, vor dem wir doch grossen Respekt haben. Wir gehen das breite Flussbett entlang und kreuzen durch insgesamt 3 Flussarme den Otira – wir haben’s geschafft und es war leichter als erwartet! Wir sind sehr happy, als wir auf der anderen Seite Richtung Highway gehen – eine der herausfordernsten Abschnitte geschafft, jipppii :-)!!! (…Den ab hier anschliessenden Deception-Mingha-Track (2-3 Tage) des Te Araroa-Trails lassen wir – so wie fast jeder andere TA-Hiker in diesen Wochen – aus, da er durch diverse Washouts, hohe River-Levels bzw. allgemein herausfordernde Track-Bedingungen mehr Kampf als Genuss zu sein scheint ;-).)

Am SH73 angekommen dauert es nicht lange und ein netter Kiwi, der von einem Mountainbike-Rennen an der Westkueste kommt, nimmt uns die 30Km mit zum Bealey Motel, in dem ein „resupply-parcel“ mit neuem Essen fuer die naechsten Abschnitte auf uns wartet. Das Motel hat noch ein kleines Zimmer frei und wir buchen uns fuer ingesamt 3 Naechte ein…

Am Vormittag des naechsten Tages (Mo, 06.02.) ist es bedeckt, aber es regnet noch nicht. Julia hat Schmerzen im rechten Fuss und so mache ich mich alleine auf, fuer einen kurzen Ausflug auf alten Wegen, dem Bealey Spur Track, dessen Einstieg nur 2Km vom Bealey Motel entfernt liegt und den wir bereits vor 6 Jahren begangen sind. Ich wollte – wenn wir schon so nahe sind – unbedingt wieder auf dieses schoene Aussichtsplateau von dem aus man ueber das ganze Tal und die umliegenden Berge des Arthur’s Pass Nationalpark sieht…

Zurueck im Motel beginnt es sich so richtig einzuregnen und wir verbringen den Nachmittag mit Essen, Kartenspielen und sehr netten Gespraechen mit Sam Clark und seiner Mutter. Sam ist sogenannter Multi-Sportler und nimmt am Coast-to-Coast Rennen teil, das am Wochenende ausgetragen wird. Die Teilnehmer starten dabei mit dem Rennrad an der Westkueste, laufen ueber den Mingha-Track im Arthur’s Pass Nationalpark, legen eine Kajak-Section von 42Km zurueck und radeln dann nochmal bis an die Ostkueste. Sam ist hier, um zu trainieren und sich die Bedingungen des Mingha-Tracks anzusehen, seine Mutter ist dabei sein Support und chauffiert ihn. Sam kann mittlerweile vom Sportln leben, nimmt an allen moeglichen ausgefallenen Rennen teil und gewinnt auch immer wieder, so auch das Coast-to-Coast im Vorjahr. Sam ist so nett und hilft mir, meine gerissene  Regenhuelle fuer den Rucksack zu kleben und zu tapen – er ist fuer solche Faelle natuerlich bestens ausgeruestet. 🙂 Wir haben jetzt am Samstag viel an ihn gedacht: Es war der Wettkampftag und wir haben uns sehr gefreut als wir gestern gelesen haben, dass er wieder gewonnen hat! Er hat fuer das Rennen knapp ueber 11 Stunden gebraucht und hat erst auf den letzten Rad-Kilometern das Rennen fuer sich entschieden. 🙂

Den Dienstag (07.02.) haben wir vor allem viel entspannt, unsere Sachen sortiert und gepackt und uns in die bevorstehenden Etappen eingelesen. Am Abend hat uns Julia noch ein deutsches Ehepaar angelacht, das uns am naechsten Tag in der Frueh die 4Km auf der Strasse zum Ausgangspunkt der naechsten Wanderung gebracht hat.

Unter bedecktem Himmel (Mi, 08.02) haben wir um kurz vor 9 Uhr den Weg auf den Lagoon Sattle gestartet. Anfangs durch Wald, dann ueber eine weite Tussokgras-Landschaft sind wir immer hoeher und hoeher gestiegen, mit schoenem Ausblick auf das Tal und die wolkenverhangenen Berge. Ueber uns ziehen kreischend ein paar Kea – die Bergpapageien, die es nur hier auf der Suedinsel Neuseelands gibt – und lassen sich an den Felsen ueber uns nieder, leider zu weit entfernt fuer ein gutes Foto dieser neugierigen und intelligenten Voegel. Wir kommen zum Lagoon Shelter auf knapp 1.200m und machen die erste Pause. Anschliessend steigen wir einige Hoehenmeter wieder ab zum Fluss, den wir immer wieder kreuzen (laesst sich mittels „boulder-hopping“ trockenen Fusses meistern :-)) und entlangwandern (unter anderem passieren wir dabei das Hut-Relikt aus dem Jahr 1957, die West Harper Hut). Wir geniessen das Wandern auf festem Boden und guten Wegen – ich schaffe es dennoch, mich halb in den Bach zu legen und tue mir schwer beim Wiederaufkommen mit dem schweren Rucksack ;-)…

Wir kommen nach 20Km und 1.000Hm zur schoenen Hamilton Hut, von der aus man einen schoenen Blick auf das Tal hat. In der Hut lernen wir Keitha und Warwick kennen, ein neuseelaendisches Paerchen, die bereits ueber 60 sind und auch den Te Araroa machen – die beiden sind echt sympathisch und wir haben einen netten Abend am warmen Ofen. Wir freuen uns ueber die motivierenden Worte von Jule und Hauke, die sie uns bei ihrem Eintrag im Hutbook hinterlassen haben! 🙂

 

Am naechsten Morgen (Do, 09.02.) strahlt die Sonne und es ist ein Genuss entlang dem Fluss durch das Tal zu wandern. Wolkenfetzen ziehen ueber die Bergflanken und die Luft ist so schoen frisch. Anfangs versuchen wir noch unsere Schuhe trocken zu halten, nach einer Stunde geben wir aber auf und waten durch den flachen Fluss, den wir auf unserem Weg immer wieder kreuzen. Der Wald lichtet sich immer mehr und die Landschaft wird trockener. Weiche, aber imposante Berge, die an diesem Tag Kronen aus weissen Wolken tragen, flankieren das Tal und wir haben viel Freude am Wandern und Schauen. Eine besondere Felsformation, an der wir vorbeikommen, sind die sogenannten Pinnacles mit ihren spitzen Felszacken…

Nach ein paar letzten einfachen Flussdurchquerungen machen wir eine ausgiebige Pause, in der wir wieder unsere Sachen von der Sonne trocknen lassen, bevor wir uns auf dem Weg hinaus aus dem schoenen Harper-Valley mit seiner farbenfrohen und ganz eigenen Vegetation machen – immer wieder fasziniert von den kargen, stillen Bergkegeln und der weiten Landschaft.

   

Wir kommen zu unserem Schlafplatz fuer diese Nacht, dem freien Campingplatz in Harper Village nahe dem Lake Coleridge und freuen uns wiedermal unser kleines zuhause aufzubauen und im Freien zu campen. Mit der Sonne und dem Wind trocknen auch alle Sachen wieder – was fuer ein schoener Tag das war!

Am naechsten Tag (Fr, 10.02.) kommt Wayne von Alps2Ocean wie ausgemacht um 9 Uhr zum Campingplatz – mit ihm haben wir vereinbart, dass wir den Weg ans andere Ufer des Rakaia River in seinen aufblasbaren Kajaks zuruecklegen. Der Rakaia ist – speziell in diesem Jahr – unmoeglich zu crossen und so muss man entweder ueber lange Umwege die Strecke umgehen oder sich um einen Transport um diese so genannte „Hazard Zone“ kuemmern. Jule & Hauke haben die Kajak-Variante gewaehlt und waren sehr begeistert von der Landschaft entlang dieses Flusses. Wayne bringt uns zum Ausgangspunkt und wir ziehen uns Neopren-Hose und -Schuhe an und als wir bereit sind loszulegen, wird der Wind immer staerker und Wayne hat Bedenken, uns starten zu lassen. Das Problem ist naemlich, dass die letzten Kilometer viel gepaddelt werden muss, um weiter zu kommen und wenn starker Wind blaest, dann kommt man mit den Kajaks nicht mehr voran. Also wieder raus aus den Sachen… Wayne hat eine Alternative fuer uns, er hat 2 Mountainbikes und so setzen wir uns nach langer Zeit wiedermal auf einen Drahtesel :-). Wir radeln knapp 30Km bis zur Bruecke des Rakaia-George, dessen Wasser eine schoene tuerkise Farbe hat.

Von dort bringt uns Wayne dann noch die 45Min zum Ausgangspunkt des weiteren Tracks, den wir um 15Uhr starten um noch die 10Km zur A-Frame Hut auf 1.000m aufzusteigen. Wow, was fuer eine faszinierende Landschaft! Es ist so trocken hier, so komplett anders als die Landschaft, in der wir noch vor einigen Tagen waren…

    

Die A-Frame-Hut hat nur 3 Betten und war mit 5 sehr netten Northboundern aus Kanada, England und der Schweiz bereits voll. Und so verbringen wir auch diese Nacht im gemuetlichen Zelt :-).

Es ist ein ziemlich kalter Morgen am naechsten Tag (Sa, 11.02.), nach einer klaren und wolkenlosen Nacht. Bei Sonnenaufgang machen wir uns einen Porridge und noch vor 8Uhr sind wir bereits am Weg Richtung Comnys-Hut. Die Sonne steigt hoeher und bald treten wir aus dem Schatten und wandern unter wolkenlosem Himmel – so schoen hier zu wandern! In der alten Hut machen wir eine kurze Pause bevor eine sehr coole (im wahrsten Sinne) section auf uns wartet – entlang,  durch und im glasklaren Fluss fuehrt der Weg durch den Mini-Canyon mit schroffen Felsen und schoenen Schotterbaenken. Das Wetter ist so perfekt – das Waten durch den Fluss kuehlt gut und dank der vielen Sonne frieren wir auch nicht. Nach den 2 Stunden durch diesen Abschnitt machen wir eine ausgiebige Pause, trocknen unsere Sachen und machen uns auf den Weiterweg, hinauf zum naechsten Sattel. Ist es nicht eine faszinierende Landschaft…

Nach einigen Querungen ueber Geroell und Tussok fuehrt uns der Weg stetig bergab und schliesslich kommen wir in die weite Ebene, wo wir schon bald den perfekten Zeltplatz fuer die Nacht finden – windgeschuetzt hinter einer Erhebung und nahe am Fluss mit frischem Wasser – einsam und schoen ist es hier…

 

Gestern (So, 12.02.) war einer dieser Sonnenaufgaenge, die man in Erinnerung behaelt: In 3 Akten faerbten sich die Wolken zart-rosa, strahlend-rosa und leuchtend gelb waehrend wir den Porridge loeffeln inmitten dieser kargen Landschaft.

Wir wandern die 12Km heraus, ueber einen letzten Sattel zum Lake Emily, starker Wind blaest uns entgegen.

   

Wir sind „very lucky“ als ein Gelaendewagen stehen bleibt und wir von 2 Jaegern, die ein Reh im Kofferraum haben, mitgenommen werden nach Mt. Somers Village, um von dort nach Geraldine zu stoppen. Dort angekommen nimmt uns nach 10 Minuten ein nettes junges Paerchen aus Malaysien mit nach Geraldine, wir bekommen ein schoenes Motelzimmer und „here we are“ :-)!

Morgen geht’s weiter auf den „Two Thumbs Track“ – in 3 Tagen zum Lake Tekapo, auf den wir uns schon freuen! Von dort aus radeln wir dann wieder rund 70km die schoenen Gletscherwasserseen (Tekapo und Pukaki) entlang, weil es sehr flach und lange ist bis nach Twizel, wo unsere Bounce-Box und wieder ein Rasttag auf uns wartet. Soweit der Plan, mal schauen was kommt :-)…

Alles alles Liebe von euren TA-Geniessern!!!

…auch das Fruehstueck heute haben wir sehr genossen 😉

Ein Gedanke zu „Vom Windy Point (Boyle Village) zum Lake Emily (Hazard Zone: Rangitata River)

  1. Peter & Birgit

    Hi,

    Unfassbar wie Ihr Euch Euren Weg bahnt. Und Samy schaut auf den Fotos so richtig Outbacker mäßig aus. Toll zu sehen, welche Entwicklungen Ihr als Menschen nehmt bei solch einer abenteuerlichen Reise.

    Ins geht es soweit gut. Tobias trinkt und wächst und trinkt und wächst :-). Ich bin ab Ende Mai 2 Monate gemeinsam mit Birgit in Elternzeit und wir haben vor in dieser Zeit 3 Wochen nach Kanada zu reisen.

    Busserl aus dem langsam wärmer werdenden Wien.

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